Musiktherapie für Menschen mit einer Behinderung

"In der Orff-Musiktherapie spielt man mit der Musik" (Gertrud Orff)

 

Die Musiktherapie nutzt das Medium Musik, um sich therapeutischen Zielen oder angestrebten Effekten in der Arbeit mit beispielsweise entwicklungsverzögerten Kindern zu nähern. Hierbei werden die auffordernden und anregenden Qualitäten des Instrumentariums und des Musizierens selbst genutzt um im therapeutischen Setting die nächsten Entwicklungsschritte zu meistern.

 

Klientel:

 

Musiktherapie bei

  • Autistischen Störungen
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Schweren Behinderungen
  • Kindern mit Cerebralparesen
  • Sprachentwicklungsstörung und mutistischen Störungen
  • Kindern mit Cochlear Implantat
  • Störungen im Sozialverhalten

 

Methoden:

 

  • Entwicklungsorientierte Musiktherapie (Orff)

In spontan-kreativer Zusammenarbeit kann und soll sich das Kind frei äußern, seine Äußerung formen und sozialbezogen anwenden (Orff). Es werden kleine musikalische Formen, die für das Kind einfach zu verstehen und nachzuvollziehen sind, ins Spiel integriert. Das Kind kann diese aufgreifen und entwickelt sie mit dem Therapeuten weiter um eine nächste Entwicklungsstufe zu erreichen. Über einen multisensorischen Ansatz werden zudem möglichst viele Sinne (vor allem taktil, visuell, auditiv) des Kindes angesprochen, was beispielsweise bei Sinnesbeeinträchtigungen ein möglichst ganzheitliches Erleben ermöglicht. Neben Musikinstrumeten werden weitere Materialien und der ganze Körper ins Spiel einbezogen.

 

  • Improvisation (Wigram)

In meist freier Improvisation greift der Therapeut je nach Zielsetzung auf Improvisationstechniken zurück. Dabei nutzt er die Qualitäten des Mediums Musik, wie beispielsweise den hohen Aufforderungscharakter und setzt Reize um Effekte zu erzeugen und Ziele zu erreichen.

 

  • Community Musiktherapie

Diese Methode gründet sich auf dem Normalisierungsprinzip und soll Menschen mit einer Beeinträchtigung die Möglichkeit zur Teilhabe und dem musikalischen Schaffen an sich ermöglichen.

 

  • Therapeutisches Songwriting

Meist werden eigene Textphragmente erarbeitet und mit bekannten und eingängigen Melodien oder Akkordverbindungen verknüpft. Der Inhalt wird gemeinsam gefunden und orientiert sich an den aktuellen Bedürfnissen des Klienten. Die Musik und der Inhalt des Textes bedingen sich gegenseitig und es entsteht ein Gesamtwerk, das dem Klienten als Ausdrucksmedium dient.  

 

  • Rezeptive Musiktherapie

In diesem psychotherapeutischen Ansatz steht das Hören von Musik und die damit verbundenen Wahrnehmungen im Vordergrund. Die Wahrnehmungsfähigkeit selbst sowie die Reflexionsfähigkeit soll hier trainiert werden. Die Wahrnehmung von Körperlichem, Akustischem und Gedanklichem sowie Gefühlen und Stimmungen werden hier auf einander beeinflussende Anteile wertfrei beobachtet und im Anschluss reflektiert. Die Methode eignet sich vor allem bei Kindern mit einer Körperbehinderung.

 

  • Synchronisation (Schumacher)

Die Methode ist vor allem bei Kindern mit autistischen Störungen anzuwenden. Da autistische Kinder von Geburt an sich und ihre Umgebung anders wahrnehmen, können sie nicht wie gewohnt eine Bindung zur Mutter oder anderen Bezugspersonen aufbauen, was häufig die Entwicklung stark beeinflusst. Die Musiktherapie zielt auf synchrone Momente in freiem Setting ab und sucht nach "gemeinsamen" Erlebnismomenten, um dem Kind so eine geordnete und gesamtzusammenhängende Wahrnehmung zu ermöglichen und eine Grundlage für Bindungserleben zu schaffen.

 

 

Je nach Zielen und Setting kann ein Gruppenangebot sinnvoll sein und angeboten werden.

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